Outside

Die Geschichte von Star Trek in Deutschland

Star Trek hatte in Deutschland seinen Anfang im Kinderfernsehen des ZDF. Ab dem 27.5.1972 sendete das ZDF 26 Folgen der klassischen Star Trek Serie unter dem Titel "Raumschiff Enterprise" jeweils Samstag um 17:00 Uhr, parallel zu einer der meistgesehensten Sendungen der ARD, der Sportschau. Es wurden aber nicht die ersten 26 Folgen der Serie gesendet, sondern in willkürlicher Reihenfolge Folgen aus der Reihe gerissen. Die Synchronisation, die mit vielen flapsigen Sprüchen geschmückt wurde, war auf das Kinderprogramm, dass um diese Zeit im ZDF lief, zugeschnitten. So wurde dann die Folge "Weltraumfieber" (Amok Time), in der Spock eine Art Brunftzeit erlebt, so umgeschnitten, dass daraus eine plötzliche Erkrankung wurde, damit die Eltern vor unangenehmen Fragen ihrer Kinder verschont blieben. Außerdem wurde jede Folge um ca. 6 Minuten gekürzt. Am 25.11.1972 lief die letzte der 26 Folgen von "Raumschiff Enterprise" im ZDF. Da viele begeisterte Fans in Briefen nach weiteren Folgen verlangten, kaufte das ZDF weitere 13 Folgen und sendete sie vom 6.10.1973 an jede zweite Woche Samstags um 17:00 Uhr. Am 23.3.1974 lief dann die letzte dieser 13 Folgen. Trotz vieler Briefe, die nach weiteren Folgen verlangten, kaufte das ZDF keine weiteren Folgen.

Erst 1976 sendete das ZDF 18 der 22 Zeichentrickfolgen. Die Synchronisation war noch wesentlich schlimmer als bei den TOS-Folgen. Jede der 23 minütigen Folgen wurde um ca. 10 Minuten gekürzt, es wurden andere Sprecher herangezogen und die flapsigen Sprüche (à la Uhura: "Captain, mein BH ist verrutscht") nahmen Überhand, und von der eigentlichen Handlung blieb meist nicht das geringste mehr übrig.

Als "Star Trek: The Motion Picture" unter dem Titel "Star Trek: Der Film" am 28.3.1980 in die deutschen Kinos kam, wirkten sich zwei Dinge verhängnisvoll für den Film aus: Erstens wussten die Fans der Serie "Raumschiff Enterprise" gar nicht, dass die Serie im Original "Star Trek" hieß, zum anderen vermuteten viele Ähnlichkeiten zu dem kurz zuvor gelaufenen Film "Star Wars" und waren sofort enttäuscht, als sie hörten, dass es sich nicht um eine Fortsetzung handelte. Schnell verschwand der Film wieder aus den Kinos. Am 5.11.1982 kam "Star Trek II: Der Zorn des Khan" in die deutschen Kinos. Der Film war von Anfang an erfolglos, verschwand recht bald wieder. Der dritte Star Trek Film, "Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock", erreichte die deutschen Kinos am 16.11.1984. Wie Star Trek II war er ebenfalls nicht erfolgreich. Die Synchronisation war darüber hinaus ein reines durcheinander. Der Synchronsprecher von Sulu wechselte im ersten Star Trek Film. Kirk, McCoy und Uhura hatten neue Synchronsprecher im zweiten Star Trek Film, die von McCoy und Uhura waren bereits verstorben, der von Kirk nicht verfügbar. Im dritten Star Trek Film erhielt schließlich Chekov eine neue Stimme.

Für den vierten Film hatte man "dazugelernt": Der Film kam am 26.3.1987 nicht unter dem Haupttitel "Star Trek" in die deutschen Kinos, sondern hieß nun "Zurück in die Gegenwart", "Star Trek IV" tauchte nur als Untertitel auf. Damit sollte wohl eine Verwechslung mit dem kurz zuvor erschienenen "Zurück in die Zukunft" provoziert werden. Der Film wurde dann auch recht erfolgreich; er spielte mehr ein, als die vorherigen Star Trek Filme zusammen. Die Synchronisierung war erfreulich: Kirk und Chekov bekamen ihre alten Synchronsprecher aus der Serie zurück, McCoy und Uhura erhielten ganz neue Stimmen, die bald auch in den 39 kurz darauf von SAT.1 bearbeiteten Folgen vorkommen und somit zu "regulären Sprechern" werden sollten. Nur Sulu bekam wieder einen neuen Sprecher: Tommi Piper, der als "ALF"-Sprecher bekannt wurde.

Wohl auch wegen des Erfolges von Star Trek IV kaufte SAT.1 39 Folgen der klassischen Serie, die das ZDF noch nicht gesendet hatte, übrig blieb nur noch die Nazi-Folge "Patterns of Force", die bis heute nicht im deutschen Fernsehen gesendet wurde. Am 21.9.1987 lief die erste Folge dieser "neuen" Staffel, der wöchentliche Sendeplatz war Montag um 19:10 Uhr, am 13.6.1988 lief die letzte Folge. Erfreulich war, dass beinahe alle Folgen ungekürzt blieben. Bei der Synchronisation war recht erfreulich, dass versucht wurde, möglichst viele bekannte Sprecher einzustellen. Kirk, Spock, Scotty und auch Sulu erhielten ihre Sprecher zurück, die ihnen bereits in den 39 ZDF-Folgen ihre Stimmen geliehen hatten. McCoy und Uhura erhielten ebenfalls bekannte Stimmen, nämlich die, die sie bereits in "Star Trek IV" hatten, und von nun an auch in allen weiteren Synchronisationen haben sollten. Nur Chekov erhielt eine bis dahin unbekannte Stimme. Kritiker stellten fest, dass der inzwischen 57jährige Gert-Günther Hoffmann (Kirk-Sprecher) zwar zum gealterten Kirk in Star Trek IV passte, für die weiteren Classic-Folgen aber zu alt klang; auf jeden Fall bemerkt man die Alterung, ob sie nun passt oder nicht. Wenigstens passte nun McCoys neue Stimme, die für den alten McCoy in "Star Trek IV" als zu jung kritisiert worden war.

Ab Ende des Jahres 1988 kamen nach und nach die ersten 14 Folgen der Serie "Star Trek - The Next Generation" auf 7 Leihvideos in die Videotheken. Die Synchronisation ist eine gänzlich andere, als die der späteren ZDF-Fernsehfassung.

Am 16. 11. 1989 lief "Star Trek V: Am Rande des Universums" in Deutschland an. Trotz des Erfolges von Star Trek IV war er ein Flop. Ungewöhnlich erfolgreich war lediglich der spätere Verleih des Films in Videotheken.

Die neue Serie, "Star Trek - The Next Generation" lief unter dem etwas umständlichen Titel "Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert" am 7.9.1990 im ZDF an. Der Sendeplatz war Freitag um 17:40 Uhr, wurde aber bald auf Samstag um 17:05 (wie einst Classic) verlegt. Gesendet wurden zunächst die Folgen 1 - 34, wobei 33 entfiel. Die letzte Folge lief am 8.6.1991. Am 7.2.1992 an wurde die Ausstrahlung von "RaumschiffEnterprise - Das nächste Jahrhundert" wiederaufgenommen. Der Sendeplatz lag nun bei Freitag um 16:05 Uhr. Gesendet wurden bis zum 27.11.1992 die Folgen 33, sowie 35 - 67.

Der sechste Kinofilm kam schließlich am 5.3.1992 in die deutschen Kinos unter dem Titel "Star Trek VI - Das unentdeckte Land". Er wurde mittelmäßig erfolgreich, erwähnenswert ist vielleicht nur noch, dass er außer Konkurrenz auf der Berlinale gezeigt wurde, ein Filmspiel, in dessen Rahmen normalerweise nur künstlerisch höherwertige Filme gezeigt werden. Bei der Synchronisierung traten diesmal erstmal alle "regulären" Synchronsprecher auf (also die, die auch die SAT.1-Fassungen sprachen), dies galt ertsmals auch für Sulus Stimme.

Vom 1.3.1993 an beginnt das ZDF, alle 67 Episoden von "Star Trek - The Next Generation" zu wiederholen, im Anschluss (2.8.1993) werden die Folgen 68 - 83 erstausgestrahlt. Der Sendeplatz ist Montag - Donnerstag, jeweils 16:09 Uhr.

1993 kauft SAT.1 die Rechte an "Star Trek - The Next Generation" und "Star Trek - Deep Space Nine" und kündigt eine großangelegte Star Trek - Ausstrahlung an. Am 25.10.1993 wird dann auch der ursprüngliche Classic-Pilotfilm "The Cage/Der Käfig" im Rahmen eines Star Trek Specials auf SAT.1 erstausgestrahlt. Spock, der als einziger bekannter Charakter vorkommt, hat einen anderen Synchronsprecher als sonst. Vom 26.10.1993 bis zum 1.3.1994 beginnt SAT.1 schließlich mit der erneuten Wiederholung der Folgen 1 - 83 von "Star Trek - The Next Generation" auf dem Sendeplatz Montag - Freitag um 16:00 Uhr. Im Anschluss (2.3.1994 - 27.7.1994) läuft die Erstausstrahlung der Folgen 84 - 178 der Serie. Die Synchronisation bringt einige Neuerungen: Picard, Troi, Crusher sowie Guinan erhalten neue Synchronsprecher. Riker, Data, Geordi und Worf behalten ihre Stimmen.

Am 28.1.1994 läuft der Pilotfilm von "Star Trek - Deep Space Nine" um 20:15 Uhr auf SAT.1. Die 1. Staffel der Serie (Folgen 3 - 20) läuft auf dem Sendeplatz Sonntags um 17:15 Uhr ab dem 30.1.1994 bis zum 5.6.1994. Die 2. Staffel der Serie (Folgen 21 - 46) läuft im Anschluss an eine Wiederholung der 1. auf dem ehemaligen "Next Generation" - Sendeplatz: Montag bis Freitag um 16:00 Uhr, vom 29.8.1994 bis zum 3.10.1994. Zur Synchronisation: O'Brien hat denselben Sprecher wie schon bei "Next Generation". Picard, der im Pilotfilm einen Gastauftritt hat, bekommt seinen regulären SAT.1-Sprecher.

Ende 1994 kommt eine 11 Videos umfassende Box mit einer neu überarbeiteten Fassung der Classic-Zeichentrickserie bei CIC-Video heraus. Es wurden hierfür nicht die gekürzten und schrecklich synchronisierten TV-Fassungen genommen, sondern die Serie wurde komplett neu synchronisiert, alle Rollen erhalten ihre regulären SAT.1-Sprecher. Die Folgen sind ungekürzt.

Am 9.2.1995 kommt der inzwischen siebte Star Trek Film in die deutschen Kinos: "Star Trek: Treffen der Generationen". Er wird der bislang mit Abstand erfolgreichste Star Trek Film in Deutschland, wahrscheinlich wegen der großen Werbeaktion, die SAT.1 für sein Star Trek - Programm betrieb und so die Serien populärer machte. Von den drei auftretenden Classic-Rollen erhielten 2 ihre regulären Stimmen: Kirk und Scotty. Chekov hingegen wurde von demselben Sprecher gesprochen, der ihn bisher nur in Star Trek III sprach. Von der "Next Generation" Crew erhielt die gesamte Besatzung ihre ersten regulären Sprecher, von denen sie auch in den beim ZDF gesendeten Folgen gesprochen wurden.

Mitte 1995 wird die letzte der noch fehlenden Star Trek - Classic Folgen, "Patterns of Force", für CIC-Video bearbeitet und Anfang 1996 unter dem deutschen Titel "Schablonen der Gewalt" auf Kaufvideo veröffentlicht.Die 3. Staffel von "Deep Space Nine" (Folgen 47 - 72) wird von SAT.1 vom 15.2.1996 - 15.3.1996 erstausgestrahlt, und zwar auf dem Sendeplatz um 14:00, bzw. 15:00 Uhr von Montag bis Samstag. Die Synchronsprecher sind identisch mit den bisherigen.

SAT.1 beginnt mit der Erstausstrahlung der Folgen 1 - 29 der Serie "Star Trek - Raumschiff Voyager" auf dem Sendeplatz am Freitag um 20:00 Uhr, und zwar vom 21.6.1996 bis zum 7.2.1997.

Die Erstausstrahlung der 4. Staffel von "Deep Space Nine" erfolgt vom 15.10.1996 - 12.11.1996 zur Sendezeit um 15:00, bzw. 14:00 Uhr, Montags bis Samstags auf SAT.1. Die Synchronsprecher sind dieselben, wie bisher, bis auf den von O'Brien: Dieser hat in den letzten 7 Folgen der Staffel eine neue Stimme, die er auch in der 5. Staffel behalten wird.

Mitte 1996 kommt die restaurierte Fassung der Classic-Folgen 30. Amok Time und 38. Metamorphosis auf Video heraus (unter den deutschen Titeln Pon Farr und Metamorphose). Nach der unerwartet guten Synchro von Patterns ofForce hoffte man auf eine ähnliche Neusynchronisation; leider wurde dasErgebnis hier eine große Enttäuschung: Man hatte nicht diekompletten Episoden neu synchronisiert, was ja noch zu vertreten gewesen wäre, wenn in den neuen Szenen wenigstens die selben Sprecher zu hören gewesen wären - Aber Kirk und McCoy erhalten neue Sprecher, so dass Mitten in der Folge (!) die Sprecher wechseln.     Man hätte die ganze Episode mit den neuen Sprechern bearbeiten sollen, so aber wirkt alles sehr stümperhaft. Unverständlich ist auch, warum McCoy einen ganz neuen Sprecher erhielt, man hätte doch wenigstens auf seinen 2. Sprecher Randolf Kronberg zurückgreifen können. Auch der bereits sehr alte G.G. Hoffmann wäre trotz seiner zu alten Stimme besser gewesen, als ein neuer Sprecher, der mitten in der Folge plötzlich auftaucht. Aber selbst mit den neuen Sprechern hätte die Folge sehr gut werden können, hätten sie sie durchgängig gesprochen - und so die dummen ZDF-Synchro-Sprüche eliminiert. Ein weiteres Manko ist, dass in den "alten" Szenen diese dummen ZDF-Sprüche enthalten sind, die "neuen" Szenen sind im Vergleich dazu sehr ernst.

Der inzwischen bereits achte Kinofilm "Star Trek: Der erste Kontakt" hat am19.12.1996 Kinopremiere in Deutschland. Er wird der bislang erfolgreichsteStar Trek - Film in Deutschland. Die Synchronisation bringtwieder einige Neuerungen: Während Picard, Data, Crusher, Troi und Worf ihreZDF-Stimmen wiederbekamen, erhielten Riker und Geordi gänzlich neue Stimmen.Bemerkenswert ist immerhin, dass Rikers neuer Sprecher jener ist, der TomParis von Voyager synchronisiert.

Vom 28.6.1997 bis zum 16.8.1997 sendet SAT.1 erstmals die Folgen 30 - 35 von "Voyager".

Ab dem 19.2.1998 beginnt SAT.1 mit der wochentäglichen Erstausstrahlung der 5.Staffel von "Deep Space Nine", die letzte Folge läuft am 25.3.1998.

Bereits ab dem 9. 5. 1998 beginnt SAT.1 mit der wöchentlichenErstausstrahlung der 6. Staffel von "Deep Space Nine", die letzte Folgeläuft am 7.11.1998.

Ab dem 27.2.1998 beginnt SAT.1 mit der wöchentlichen Erstaustrahlung der Folgen35 - 96 von "Voyager", also den noch fehlenden Folgen der 2. Staffel,die gesamte 3. und sogar 4. Staffel. Die letzte Folge dieserAusstrahlungsstaffel läuft Mai 1999.

Der neunte Kinofilm "Star Trek: Der Aufstand" hat am 31.12.1998 Kinopremiere inDeutschland. Er wird der bislang erfolgreichste Star Trek - Film in Deutschland,kann sogar die Einspielergebnisse von "Star Trek: Der erste Kontakt" nochüberbieten. Die Synchronisation istpassend zu jener vom Vorgänger: Während Picard, Data, Crusher, Troi und Worfihre ZDF-Stimmen wiederbekamen, erhielten Riker und Geordi erneut ihre "Dererste Kontakt" - Sprecher.